Trend mit Folgen: Jeder zweite Deutsche wohnt zur Miete



In Deutschland fehlen mehr als eine Million Mietwohnungen; auch beim Thema Eigenheim liegt Deutschland unter den Schlusslichtern. Aufgrund der zögernden Kreditvergabe der Geldinstitute können immer weniger junge Familien ihren Traum vom Eigenheim realisieren.

Nur 51,8 % der bundesdeutschen Bevölkerung lebt in der eigenen Immobilie. Die Mehrheit der Haushalte in Deutschland wohnt zur Miete. doch auch hier herrscht Wohnungsmangel. Vergleicht man die einzelnen OECD-Staaten untereinander, nimmt Deutschland den vorletzten Platz bei der Eigenheimquote ein. Litauen und die Slowakei liegen an erster und zweiter Stelle.

Auch Rumänien überrascht mit 96,5 %. Die Zahlen müssen jedoch relativiert werden: Nimmt man die Wohnqualität ins Visier, kann Wohnen im Eigenheim in Rumänien nicht mehr positiv betrachtet werden. Hier ist die Überbelegungquote mit 50 % am höchsten. Für die Hälfte der Bewohner reicht der vorhandene Wohnraum also nicht aus. Auch innerhalb der Bundesrepublik gibt es gravierende Unterschiede am Wohnungsmarkt. Im Saarland liegt der Eigenheimanteil bei 60 %, in Berlin nur bei 16 %.

Wie entwickeln sich Mieten und Wohneigentum in Deutschland?

Momentan stagniert die Wohneigentumsquote in Deutschland. Bei den 30- bis 40-Jährigen ist die Wohnungseigentumsquote seit dem Jahr 2002 um ganze 10 % gesunken. Das sind bedenkliche Zahlen. Dabei stellt Wohnungseigentum eine hervorragende Alternative zum Risiko steigender Mieten dar. Da Wohnungseigentümer als Stabilisatoren in Quartieren gelten und weniger durch Altersarmut gefährdet sind, wäre es wichtig, die Rahmenbedingungen für die Bildung von Wohneigentum zu verbessern. Dies geschieht am leichtesten, indem Hemmnisse abgebaut werden.

Welches sind Hemmnisse für die Wohneigentumsbildung?

Wenn wertbezogene Transaktionskosten und Grunderwerbsteuern steigen, reduziert sich die Zahl der Kaufinteressenten. Grundstücksmangel sowie die Flexibilisierung der Arbeitsmärkte sind weitere Gründe für Wohnungsmangel und eine Stagnation am Wohnungsmarkt. Auch die deutsche Umsetzung der EU-Immobilienkreditrichtlinie wirkt sich hemmend aus. Immobilienmakler befürchten weiterhin steigende Zinsen.

Maßnahmen zur Wohneigentumsförderung

Ein Drittel des Wohneigentums in Deutschland ist durch Hypotheken belastet, ähnlich hoch ist die Zahl der bezahlten Immobilien. Die Gemeinden müssen Bauland für alle Formen des Wohnungsbaus bereitstellen. Ebenso wichtig ist die Ermöglichung langfristiger Finanzierungen mit gleichzeitig reduzierten Eigenkapitalanforderungen. Für Haushalte mit mehr als vier Personen könnten Zuschussvarianten eingeführt werden. Erhielten sowohl Kreditnehmer als auch Banken mehr Eigenverantwortung, würde sich das Angebotsspektrum merklich erweitern.

 


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