Stabile Bauzinsen auf niedrigem Niveau



Die Zinsen bleiben niedrig und obwohl die Konjunkturdaten durchaus Mut machen, wird sich daran kurzfristig nichts ändern. Je nach finanzieller Lage sorgt der aktuelle Stand für gemischte Gefühle bei den Menschen. Wer sich für den Kauf einer eigenen Immobilie entscheidet, der kommt in den Genuss niedriger Zinsen. Im Gegenzug bleiben aber auch die Guthabenzinsen im Keller. Bereits seit einigen Jahren lässt sich diese Entwicklung verfolgen und auch in Zukunft scheint sich daran nichts zu ändern. Doch warum ist das eigentlich so?

 

Die Lage ist unverändert

 

Auf einem historisch niedrigen Niveau bleiben nach aktuellen Zahlen von Qualitypool die Zinsen für Baufinanzierungen. Eine Veränderung dieser Lage ist nicht in Sicht. Vielmehr haben sich die Bauzinsen inzwischen stabilisiert und bewegen sich in der Nähe ihrer Tiefstände. Es kann also nicht mit steigenden Zinsen gerechnet werden. Die Zahlen haben sich in den letzten Monaten nur minimal verändert. Wer einen Kredit mit zehnjähriger Zinsbindung abgeschlossen hat, der erlebte im Monat Mai einen Zinsanstieg von 0,79 auf 0,84 Prozent. Bei Krediten mit 15-jähriger Zinsbindung bewegt sich der aktuelle Bestzins bei 1,24 Prozent. Vorher waren es 1,20 Prozent.

Impulse bleiben Fehlanzeige

 

Wer auf starke Impulse hofft, der wird nach Meinung von Jörg Haffner enttäuscht. Der Geschäftsführer von Qualitypool hat eine klare Meinung: „Die schwache wirtschaftliche Entwicklung wurde vom Anleihen- und Zinsumfeld zunächst einmal verarbeitet. Somit bleibt das niedrige Zinsniveau erst einmal bestehen. Im Juni findet zwar die EZB-Zinssitzung statt, doch auch hier dürfen keine Veränderungen erwartet werden. Selbst in der zweiten Jahreshälfte ist mit keiner Verbesserung der Situation zu rechnen. Im Kursverlauf der letzten sechs Monate haben sich die 10-jährigen Swapsätze halbiert, womit sich die Prognose begründen lässt.“

 

Eine EZB-Zinserhöhung im Jahr 2019? Eher nicht!

 

Zwar haben sich die Wirtschaftszahlen zuletzt etwas verbessert, doch diese Entwicklung sollte nicht überbewertet werden. Jörg Haffner mahnt zur Vorsicht: „Es ist viel zu früh, aufgrund der Konjunkturdaten von einer Stabilisierung zu sprechen. Vielmehr scheint es sich hier um eine kurzfristige Erholung zu handeln.“ Die EZB unterstützt diese These von Haffner. So prognostizierte die Europäische Zentralbank, dass die Leitzinsen konstant bleiben. Daran wird sich bis zum Ende des Jahres auch nichts ändern.

 

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