Ratenkredit für die Immobilie: Sinnvoll oder nicht?



Für den Erwerb einer Immobilie nehmen Käufer in der Regel ein Hypothekendarlehen bei der Bank auf. Dieses wird ins Grundbuch der zuständigen Gemeinde eingetragen und ist sukzessive zu tilgen. Was aber, wenn das Worst-Case-Szenario vor Ablauf der Hypothek eintritt und eine größere Investition am Objekt erforderlich ist, die keinen Aufschub duldet wie etwa der Austausch einer defekten Heizanlage?

Ein Ratenkredit kann bei kurz- bis mittelfristigem Finanzierungsbedarf eine probate Lösung sein und bietet zahlreiche Vorteile gegenüber der Erweiterung der Alt-Hypothek. Doch weshalb empfiehlt sich dieser Weg? Wir haben die wesentlichen Aspekte im Folgenden zusammengestellt.

Zwei übliche Arten des Immobilienkredites: Hypothek und Grundschuld

Banken gewähren ihren Kunden bekanntlich nur dann Kredite, wenn sie von einer planmäßigen Rückzahlung der Darlehenssumme nebst Zinsen ausgehen können und verlangen entsprechende Sicherheiten. Im Falle des über einen Immobilienkredit abgewickelten Haus- oder Wohnungskaufs fungiert das jeweilige Objekt als Sicherheit für das kreditgebende Institut, das sich als Gläubiger ins Grundbuch eintragen lässt. Dort bleibt der Eintrag bis zur kompletten Tilgung des Darlehens bestehen. Zwei verschiedene Arten des Immobiliendarlehens sind gängig: Hypothek und Grundschuld.

Hypothek und Grundschuld: Was ist der Unterschied?

Diese unterscheiden sich in einem Punkt wesentlich. So reduzieren sich die Bankschulden bei einer Hypothek nach und nach automatisch, indem die Rückzahlung des Darlehens gemäß den vereinbarten Bedingungen erfolgt. Ist die Tilgung abgeschlossen, erlischt die Hypothek. Anders verhält es sich bei der Grundschuld, die ihre Ausgangshöhe beibehält und sich während des gesamten Rückzahlungszeitraumes nicht verändert.

Wie hoch die Restschuld tatsächlich noch ist, spielt dabei keine Rolle. Eine Löschung der Grundschuld aus dem Grundbuch kann nur auf Antrag erfolgen, wenn die Verbindlichkeiten des Kreditnehmers gegenüber der Bank nicht mehr bestehen. Viele Immobilienkäufer fühlen sich mit der automatischen Verringerung ihrer Bankschulden wohler und entscheiden sich deshalb für die Hypothek.

Wodurch kennzeichnet sich die Hypothek?

Die Hypothek weist bestimmte Merkmale auf, insbesondere ihre lange Laufzeit, die zwanzig oder mehr Jahre umfassen kann. Aufgrund der zeitlichen Ausdehnung des Tilgungsprozesses wird der Sollzins zumeist nur für einen begrenzten Zeitraum festgeschrieben wie etwa für zehn Jahre. Danach nimmt die Bank eine Anpassung vor, in der sich die aktuelle Marktsituation widerspiegelt.

Zudem sind Sondertilgungen nur im Rahmen einer entsprechenden Vereinbarung mit der Bank möglich. Tritt der Fall ein, dass während der Tilgung des Darlehens ungeplante, zusätzliche Investitionen erforderlich werden, gibt es zumeist die Möglichkeit, die Alt-Hypothek zu erhöhen oder eine ergänzende aufzunehmen. Allerdings ist dies kompliziert und außerdem teuer.

Ratenkredit – Option bei kurz- oder mittelfristigem Finanzierungsbedarf

Als deutlich günstigere Finanzierungsalternative zur Hypothek erweist sich die Aufnahme eines Ratenkredites, dessen Rückzahlung parallel dazu läuft. Immobilienbesitzer mit Investitionsbedarf sichern sich damit gegenüber der erneuten Inanspruchnahme eines Hypothekendarlehens den Vorteil, dass die Immobilie selbst nicht mit weiteren Schulden belastet wird.

Wer also kurz- oder mittelfristigen Finanzierungsbedarf erkennt, ob für Sanierungs- oder Verschönerungsmaßnahmen am Eigentum, sollte die Aufnahme eines Ratenkredites als Option ins Auge fassen. So sprechen diese positiven Merkmale ebenfalls für die Kreditform:

– Laufzeiten: flexibel (von 12 Monaten bis zu acht Jahren)

– Zinssatz: über die gesamte Laufzeit festgeschrieben

– Zinsen: vergleichsweise günstig

– Nachweis zusätzlicher Sicherheiten für die Bank: in der Regel nicht notwendig

– Sondertilgungen: zumeist jederzeit problemlos möglich

 


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