0%-Finanzierung? Ein fragwürdiger Trend!



Sicher haben Sie schon gehört, dass die Europäische Zentralbank (EZB) derzeit so genannte Negativzinsen erhoben hat. Das heißt, Geschäftsbanken müssen für ihre Einlagen bei der EZB nun draufzahlen, anstatt wie gewohnt Zinserträge dafür zu erhalten.

Statt ihre verfügbaren Mittel nun mit Strafzinsen bei der EZB zu parken, vergeben Banken heute lieber Kredite an Verbraucher zu Nullzinsen. Ist das wirklich geschenktes Geld? Wo ist der Haken? Wir erklären Ihnen, was Sie beachten müssen, damit Sie am Ende nicht drauflegen.

 

Klingt verlockend – gilt aber nicht für jeden

 

Bei den Nullzins-Krediten prüfen die Banken sehr genau, wer sie erhält. Wer keine exzellente Bonität nachweisen kann, dem wird durch die Hintertür oft doch ein ganz anderer Kredit mit teureren Konditionen angeboten.

 

Höherer Warenpreis im Angebot versteckt

 

Einigen Kunden wurde zum Ausgleich für die Gratis-Finanzierung ein höherer Warenpreis berechnet. Vergleichen Sie die Angebote sorgfältig.

 

Kleingedrucktes beachten

 

Ist der Kredit tatsächlich über die gesamte Laufzeit zinsfrei? Oder fallen nach den ersten Monaten zu null Prozent doch Zinsen an? Häufig handelt es sich um besonders günstige Konditionen, die die Bank gezielt dafür einsetzt, um neue Kunden zu gewinnen.

Fazit: Geschenkt gibt es auch mit den vermeintlichen Gratiskrediten nichts. Wenn Sie nicht auf ein Lockangebot mit versteckten Kosten hereinfallen wollen, müssen Sie sich genügend Zeit nehmen, die gesamten Vertragsunterlagen durchzusehen. Oder Sie fragen gleich den Finanzberater Ihres Vertrauens. Günstige Konditionen gibt es durch die Niedrigzinsen derzeit ja für alle.

“Eine weitere Gefahr bei den Nullzins-Krediten ist, dass dem Verbraucher vermittelt wird, es handle sich um Geschenke”, findet KVB-Finanz-Experte Marc Kloetzel. Man dürfe nicht vergessen, dass man einen verpflichtenden Vertrag über die nächsten Jahre eingehe, den man auch verbindlich erfüllen müsse. “Zu verschenken hat auch im Kreditwesen keine Bank etwas, das sollte man im Hinterkopf behalten.”

 

 


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