Diese Kosten machen den Hausbau teuer



In Zeiten niedriger Zinsen sind auch Baufinanzierungen günstig wie (fast) nie. Da die Zinsen einen wesentlichen Anteil der monatlichen Belastung eines Häuslebauers ausmachen, rückt damit der Hausbau auch für diejenigen in greifbare Nähe, die sich ein eigenes Heim in Hochzinsphasen kaum leisten können. Jetzt kommt für viele auch noch das Baukindergeld von 100 Euro pro Monat und Kind hinzu – wird der Hausbau damit zum Schnäppchen? Leider nein. Denn wenn viele bauen wollen, reagiert der Markt schnell auf die gestiegene Nachfrage. Grundstücke werden teurer, Handwerkerleistungen ebenfalls. Und zu allem Überfluss kommen auch noch politische Entscheidungen hinzu, die den Bau weiter verteuern.

Ungefähr 90.000 Euro für den Rohbau

Wir gehen von einem typischen Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 130 Quadratmetern aus. Dann schlagen die Beton- und Mauerarbeiten mit knapp 60.000 Euro zu Buche.

Weitere 30.000 Euro fallen für das benötigte Material an. Dabei wurden bundesweite Durchschnittspreise zugrunde gelegt. Insbesondere die Arbeitskosten können regional deutlich davon abweichen. Die Bautätigkeit konzentriert sich derzeit auf die Großstädte, weswegen insbesondere in den so genannten A-Metropolen wie Berlin oder München die Preise für Handwerkerleistungen stark angezogen haben.

Kosten des Innenausbaus und weitere Kosten

Legen wir wieder 130 Quadratmeter Wohnfläche und bundesweite Durchschnittspreise zugrunde, muss typischerweise mit folgenden Kosten für Material und Arbeitslohn gerechnet werden. Die sanitären Einrichtungen kosten rund 9000 Euro, die Elektroinstallationen rund 5500 Euro. Ein wesentlicher Kostenfaktor ist die Heizung, für die rund 13.000 Euro zu veranschlagen sind. Mit fast 28.000 Euro machen die Tischlerarbeiten den Löwenanteil des Innenausbaus aus. Für Fliesen- und Malerarbeiten fallen rund 11.000 Euro an, für den Innenputz in etwa die gleiche Summe.

Hinzu kommen nochmals etwa 5500 Euro für den Trockenbau. Für Bodenbeläge müssen rund 8000 Euro einkalkuliert werden. Insgesamt fallen also nochmals rund 90.000 Euro an. Hinzu kommen die Baunebenkosten, hinter denen sich Notarkosten, Kreditnebenkosten und weitere Positionen verbergen. Typischerweise ist mit Nebenkosten von rund 20.000 Euro zu rechnen.

Gesetzliche Auflagen treiben die Kosten in die Höhe

Den Hauptanteil machen hier die Auflagen der Energieeinsparverordnung aus, die eine effektive Wärmedämmung und eine Heizung mit niedrigem Primärenergieverbrauch erforderlich machen. Die Effektivität diese Maßnahmen ist teilweise umstritten, aber an den gesetzlichen Auflagen führt kein Weg vorbei.

Auch der Immissionsschutz – im Wesentlichen also der Schallschutz – führt zu Mehrkosten, da die Grenzwerte ohne Mehrfachverglasung nicht einzuhalten sind. Insbesondere in städtischen Lagen verursachen auch die vielerorts geforderten PKW-Stellplätze weitere Kosten.

Insgesamt summieren sich die Gesamtkosten für das typische 130-Quadratmeter-Haus laut einer Berechnung der IG Bau damit auf mehr als 260.000 Euro.


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