Das ändert sich 2017: Wie wirkt sich das Neue Jahr auf Ihren Geldbeutel aus?



Jahr für Jahr, meist zum Jahreswechsel, gibt es neue Regelungen, die uns und unseren Geldbeutel mehr oder weniger betreffen. Sofern der ein oder andere Euro mehr im Portemonnaie ist, wollen wir uns nicht beklagen, aber weh tut es dann, wenn wir durch gestiegene Abgaben eine höhere monatliche Belastung haben.

Hier erfahren Sie, was Sie für 2017 wissen müssen:

Mindestlohn

Der Mindestlohn steigt um 34 Cent auf 8,84 Euro die Stunde (Ausnahme: Branchen, die ihre Löhne durch eigene Tarifverträge festgelegt haben). Da dies auch für 450,- Euro- Minijobber gilt, haben diese ggf. kürzere Arbeitszeiten als bisher.

Kindergeld

Das Kindergeld steigt um 2 Euro pro Monat. Für die ersten beiden Kinder beträgt es dann monatlich je 192 Euro. Für das dritte Kind 198 Euro und ab Kind Nummer vier gibt es jeweils 223 Euro. Geringverdiener erhalten einen Kinderzuschlag von 170 statt bisher 160 Euro.

Steuerfreibetrag

Der Steuerfreibetrag steigt von 8652 auf 8820 Euro.
Der Kinderfreibetrag von 4608 auf 4716 Euro. Für Eltern bleibt dieser Betrag pro Kind und Jahr ihres Einkommens steuerfrei.

Hartz IV-Sätze

Kinder von 0-6 Jahren: 237 Euro (unverändert)
Kinder von 6-14 Jahren: +21 Euro auf 291,-
Jugendliche von 14-18 Jahren: +5 Euro auf 311,-
Erwachsene unter 25 Jahren im Haushalt der Eltern: +3 Euro auf 327,-
Paare/Bedarfsgemeinschaften: pro Person +4 Euro auf 368,-
Alleinstehende/Alleinerziehende: +5 Euro auf 409,-
Erwachsene Behinderte in staatl. Einrichtungen: +3 Euro auf 327,- Sozialhilfe.

Arbeitsunfähige erhalten statt bisher 80 Prozent der Grundsicherung nun 100 Prozent.

Unterhaltsvorschuss

Wenn der Unterhaltszahlungspflichtige nicht zahlt, kann man einen Unterhaltsvorschuss beantragen. Bislang war das beschränkt auf 72 Monate und höchstens bis zum 12 Lebensjahr, diese Beschränkung soll aufgehoben werden (vorbehaltlich einer Einigung von Bund und Ländern).

Telefonieren im Ausland

Mitte des Jahres soll das gebührenfreie Roaming kommen. Telefonate im EU-Ausland kosten dann so viel wie im Heimatland.

Krankenversicherung

Der allgemeine Beitragssatz für die Krankenversicherung bleibt zwar bei 14,6 Prozent, die Beitragsbemessungsgrenzen steigen jedoch. In der Kranken- und Pflegeversicherung klettern sie um 112,50 Euro auf 4350 Euro bundeseinheitlich, was ca. 8,20 Euro monatlich entspricht. Die Versicherungspflichtgrenze wird angehoben auf 57600 Euro bzw. 4800 Euro im Monat, dann dürfen Sie in die private Krankenkasse wechseln.

Pflegeversicherung

Der Beitragssatz steigt um 0,2 Prozent auf 2,55 Prozent, Kinderlose müssen 2,8 Prozent kalkulieren.

Renten- und Arbeitslosenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze steigt. Im Westen von 6200 auf 6350 Euro, im Osten von 5400 auf 5700 Euro, was einer Rentenbeitragserhöhung von bis zu 14 Euro im Westen und bis zu 28 Euro im Osten entspricht. Zusätzlich kommen für die Arbeitslosenversicherung nun 2,20 Euro im Westen und 4,50 Euro im Osten monatlich hinzu.

Strompreis

Da die EEG-Forderung zur Förderung von Ökostrom um etwa einen halben Cent steigt, wird die Stromrechnung entsprechend höher.


Bildquelle:
Thinkstock